Gestern starb der wohl berühmteste Eisbär der Welt, Knut. Könnte man jetzt stellvertretend für die schmelzenden Polkappen sehen, muss man aber nicht.
Ein Eisbär wird in freier Wildbahn 25-30 Jahre alt, in Tierparks können es auch schon mal 45 Jahre werden. Nun ist die Frage:
“Ok, sie haben ein längeres Leben, aber ist es auch ein schönes Leben?”
Ich glaube, bei ausreichend grossem Gehege und guter Animation ist so ein Tierpark-Leben nicht das schlechteste. Die meisten Tiere haben zwei wesentliche Interessen: Nahrung und Fortpflanzung.
Wir neigen dazu Tiere zu vermenschlichen, was unter Umständen fatale Folgen haben kann.
Auf Galapagos gibt es einen viel von Touristen frequentierten Ort, von dem sich die Warane nicht mehr weit entfernen. Sie wissen ganz genau wann die Busse mit den Touris kommen, von denen die Warane dann gefüttert werden. Man könnte sagen sie haben sich ihr eigenes Gehege gebaut.
Allerdings gibt es Tiere bei denen ich Tierparkhaltung ablehne. Wölfe zum Beispiel haben in Tierparks ein vollkommen anderes Sozialverhalten als in Freiheit.
Ich finde allerdings, ein guter Zoo oder Tierpark sollte auch ein Aufzucht und Auswilderungsprogramm haben oder zumindest fördern.
Knut kaputt
Hamburg, eine Liebesgeschichte?
Hamburg, Perle an der Elbe! Gegründet im 9 Jahrhundert als Schutzburg Hammaburg für den Bischof Ansgar, welcher die germanischen Stämme bekehren wollte. 845 erreichten Wikinger die Hammaburg und dekorierten sie dergestalt um, dass selbst Tine Wittler blass vor Neid geworden wäre. Lange Zeit war es dann still in der Ecke, erst im 12. Jahrhundert blühte die kleine Siedlung auf und entwickelte sich dank der Hanse zu der Stadt, die ich so liebe. An einem Sonntag kam ich in Fleestedt an, zu Besuch bei meiner Tante. Am nächsten Tag wollte ich ein Mädchen treffen. Wir verabredeten uns an einem Blumenladen am Hauptbahnhof. Nun musste ich irgendwie vom Bahnhof Harburg zum Hauptbahnhof kommen. Ich fragte also meine Tante um Rat: „Nimm die Linie 3 oder die 31, die ist violett.“ Also stand ich am Gleis und wartete. Als die S-Bahn eintraf, war ich höchst verwirrt. Sie trug zwar die Nummer 31, war aber rot… Mutig wagte ich mich in die Bahn und kam wohlbehalten am Bahnhof an. Meine Bekannte erklärte mir später, wenn man in Hamburg von einer violetten, grünen oder meinetwegen blauen Bahn spricht, meint man damit die Farbe der Linie im Streckenplan, nicht die der Bahn an sich. Die Wartezeit am Hauptbahnhof war mir höchst unangenehm, von allen Seiten strömten Menschen an mir vorbei, es gab keine Ecke in die ich mich zurückziehen konnte und alles im Blick hatte. Als meine Bekannte dann eintraf war ich irgendwie erleichtert. Wir gingen dann zu Fuss durch den Elbtunnel, tranken einen Kaffee am Jungfernstieg, sie zeigte mir die Elbphilharmonie und andere schöne Ecken. Ich habe dann bei ihr übernachtet, fand aber keinen Schlaf. Es war so hell, und ständig war Bewegung auf der Strasse vor ihrer Wohnung. Als ich dann endlich in einen leichten Dämmerschlaf gefallen war meinte die Queen Mary II ablegen zu müssen, natürlich unter Feuerwerk und Nebelhorn-Getute. Der Dienstag war eher depressiv, ich hatte zu nichts Lust und habe nur rumgelegen und gelesen. Als ich im Garten hockte und eine Zigarette rauchte, kam plötzlich ein dicker Kater, setzte sich neben mich und schmiegte sich an mein Bein. Das hat mich ein wenig aufgeheitert. Am Mittwoch, meinem letzten Tag bei diesem Kurzbesuch bin ich mit der Familie meiner Tante Essen gegangen. Chinesisch. Das ist eine ziemliche Konstante bei meinen Besuchen, wir gehen chinesisch essen. Das Restaurant ist immer noch dasselbe, aber der Besitzer und der Name haben gewechselt. Abends war ich dann mit meinem Cousin und dem Freund meiner Tante im Kino, „Inception“. Der Film lohnt nicht wirklich. Auf der Rückfahrt ergriff mich eine seltsame Schwermut, die mich immer erfasst wenn ich aus Hamburg abreise. Ich meine, ich hasse grosse Städte. An sich ist Hamburg recht schmutzig, hektisch, ständig wird man angeschnorrt und so weiter. Aber irgendwie liebe ich diese Stadt einfach. Auf der Rückfahrt musste der Zug halten, medizinischer Notfall. Natürlich habe ich meinen Anschlusszug verpasst und hatte dann eine Stunde Aufenthalt in Uelzen. Habe dann die Zeit genutzt um mir den Hundertwasser-Bahnhof anzuschauen. Wirklich schön, aber es hat da tierisch gestunken. Es ist witzig, irgendwo auf der Strecke zwischen Emmerthal und Bad Pyrmont kommt ein Schild: „BAD PYRMONT 1000 M“ mit einem Pfeil. Irgendwie fühle ich mich erst zuhause, wenn ich dieses Schild sehe. Es war eine schöne Zeit in Hamburg. Ich habe ein sehr nettes Mädchen kennen gelernt, hatte interessante Begegnungen mit einigen Menschen und habe zwei gute Bücher gelesen: „Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war“ von Pauls Touthongi und „Macho Man“ von Moritz Netenjakob. Und irgendwie habe ich Lust wieder hinzufahren.
Liebe Welt, manchmal hasse ich dich. Nimms nicht persönlich.
Ich hab die Schnauze gestrichen voll!
Manchmal versteh ich echt die Typen, die sich eine Knarre nehmen und einfach wild um sich ballern. Oder jemanden krankenhausreif schlagen, nur weil er blöd geguckt hat. Oder die Hools, die sich nur um des Prügelns willen prügeln.
Ich hab es einfach nur satt.
Das Fernsehen nervt mich, immer das Selbe, tausendmal gesehen.
Ich hab auch keinen Bock mehr auf diese Social Network und ICQ Scheisse. Belanglose Texte den ganzen Tag, nervige Anfragen von Typen, die irgendwie so garnichts mit einem zu tun haben. Selbst dieser Blog nervt mich mittlerweile.
Es geht mir auf den Sack wenn Frauen einen Freund zuhause haben und nur aus Langeweile mit einem flirten. Ich kann den Satz: “Auch du findest noch die passende Freundin” nicht mehr hören, wenn nach dem hundertsten Flirt mal wieder nur ein One-Night-Stand bei rausgekommen ist. Spart euch den Müll.
Ich möchte selbst meine Freunde anschreien, wenn sie mir mal wieder von ihren belanglosen Problemchen erzählen. Ich will sie durchschütteln und ihnen sagen: “Was willst du eigentlich von mir? Du hast einen tollen Job oder ein Studium, eine liebe Freundin und bist gesund! Beschäftige dich mal mit echten Problemen!”
Kinder sterben, weil irgend so ein Vollassi meint, er muss besoffen Auto fahren.
Auf der halben Welt sprengen sich Menschen in die Luft oder erschiessen sich aus völlig idiotischen Gründen.
Ein ganzer Kontinent verreckt an Hunger und AIDS, und niemand fühlt sich zuständig.
Männer vergewaltigen Lesben, weil sie denken das die nur mal einen richtigen Mann brauchen, um wieder “normal” zu werden. Ein echter Mann schlägt und vergewaltigt keine Frauen. Und wie sinnvoll ist so ein “corrective Rape”, wenn ihr die Frau danach totprügelt? Das ist doch krank!
In Videos und auf Bildern werden Kinder missbraucht. Nicht unbedingt von Pädophilen, sondern von skrupellosen Schweinen die damit Profit machen. Ok, das mit den Schweinen nehme ich zurück. Schweine sind an sich liebe Tiere und haben es nicht verdient, mit solchen Menschen verglichen zu werden.
Tieren werden unsägliche Grausamkeiten angetan, im Namen der Wissenschaft oder bei der “Nutztierhaltung”.
Und wir sitzen hier, fressen unsere fetten Burger, haben unsere iPhones, Playstations, Plasmafernseher und Laptops, leben in Ruhe und Frieden und in sozialer Sicherheit und beschweren uns darüber, das die Butter 20 Cent teurer geworden ist.
Ich hab keinen Bock mehr mich in die Lage des Anderen zu versetzen, beide Seiten der Medaille zu betrachten.
Ich möchte einfach direkt und klar meine Meinung sagen. Aber das kann ich nicht, das hat man mir gründlich ausgeprügelt.
Einem Typen, der meint das 12jährige Reich hatte auch seine guten Seiten und der Adolf war ja garnicht so schlimm möchte ich echt gern die Meinung sagen, ihm aufzeigen was für ein jämmerlicher Idiot er in meinen Augen ist. Aber ich bleibe höflich und sage höchstens, das ich seine Meinung nicht teile.
Ich hab die Nase voll von meiner Wohnung, davon das die Wände immer näher rücken oder das meine Katzen mal wieder in die Wanne geschissen haben. Jede Woche der selbe Trott, Treffen mit Freunden, am Wochenende Party, Grillen oder Kino.
Aber es nervt mich genauso wenn mir Leute sagen: “Zieh doch weg, dann gehts dir besser.” Das ist doch Schwachsinn! Woanders habe ich die gleichen Probleme, der Unterschied ist nur dass ich dann auch meine Freunde und meine Familie nicht mehr bei mir habe.
Es macht mich echt rasend, dass immer ich es bin, der sich bei den Leuten melden muss. Und wenn sie sich mal melden, dann nur weil sie etwas brauchen.
Aber ich bleibe immer nett, höflich und zurückhaltend.
Ich möchte mich nicht mehr rechtfertigen müssen weil es für mich schwer ist zu arbeiten. Ausreden zu erfinden anstatt einfach zu sagen: “Tut mir leid, aber ich habe psychische Probleme, nehme Medikamente, gehe zur Therapie und hoffe irgendwann einmal normal leben zu können.” Damit ist der Kontakt meist gleich erledigt…
Ich hab auch keinen Bock mehr Medikamente zu nehmen. Ehrlich, ich hab keine Ahnung, was sich da alles in meinen Nieren ablagert, von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Aber die guten Präparate bekomme ich nicht, die sind Privatpatienten vorbehalten.
Soziale Gerechtigkeit am Arsch!
Wenn ich selber aktiv werden will, um in meinem Leben was zu ändern, werden mir Steine in den Weg gelegt. “Tut mir leid, sie können ihren Realschulabschluss nicht nachholen, dann müssen wir ihnen das Geld streichen, weil sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen.” Und das was angeboten wird? Ich hab keine Ahnung wieviele Bewerbungstrainigskurse ich besucht hab, wieviele EDV Schulungen und was weiss ich noch. Meine Scheiss-Umschulung, die beste Perspektive die ich habe, zieht sich seit zwei Jahren hin. Ein Gutachten folgt auf das Nächste, auf die Ablehnung folgt der Widerspruch, es wird nochmal geprüft und das Ganze geht von vorne los. Ich hab es so satt… Mittlerweile liegt der ganze Rotz beim Arbeitsgericht, ich hoffe da kommt jetzt bald was.
Ich kann die ganzen Typen auf der Strasse nicht mehr sehen, die Spiesserfressen genausowenig wie diese ach so individuellen Leute, die garnicht merken, das sie auch irgendwie eine Uniform tragen. Wirklich individuell sind echt nur wenige. Und echte Individualität kommt eh von innen, da ist es dann auch egal wenn man Schlips und Anzug trägt.
Manager treiben Firmen in den Ruin, zerstören damit hunderte, wenn nicht tausende Existenzen und bekommen dafür einen Klaps auf die Finger und eine fette Abfindung. Und vielleicht das nächste Unternehmen zum fröhlichen Rumspekulieren. In China werden solche Typen zu Zwangsarbeit verurteilt oder gleich erschossen. Das heisst nicht das ich China toll finde. Verpisst euch aus Tibet ihr Säcke! Mal ganz ehrlich, was wollt ihr da? Ausser Buttertee und ulkigen Religionen gibts da doch fast nur Felsen…
Ach verdammt, ich könnte mich ewig weiter so aufregen. Hab das Gefühl eines Tages explodier ich. Keine Sorge, ich werd niemanden was antun. Höchstens mir selbst. Und das interessiert ja letztendlich keine Sau. Klar, die Leute sind traurig, Leute die sich ewig nicht mehr gemeldet haben kommen zu meiner Beerdigung und erzählen was für gute Freunde wir doch waren. Vielleicht bekomm ich auch ne Facebook oder MeinVz Trauergruppe. Und ein paar Wochen später interessiert es keinen mehr.
An sich will ich nicht viel. Ruhe und Frieden, einen Job der mir Spass macht und vielleicht eine liebe Freundin. Respekt und Akzeptanz.
Unverschämte Wünsche, ich weiss.
IM-Knigge
Es gibt eine Sache die mich wirklich ankotzt.
Die Art und Weise, wie wir per Instant Messenger kommunizieren.
Ich störe mich nicht daran, wenn jemand Abkürzungen benutzt wie hdl, Smileys macht oder Handlungen in Sternchen darstellt. (*kurz essen geht*) Sowas mach ich ja auch.
Ich hab auch kein Problem damit wenn man alles klein schreibt. Passiert mir auch, wenn ich müde bin, genervt oder nebenbei telefoniere.
Was mich aber wirklich ärgert ist, dass Leute mitten im Gespräch vom Computer weg gehen oder off gehen, ohne irgendwas zu sagen…
Das machen wirklich viele Leute und es ist echt eine Unart.
Ich meine, wenn ich mit jemandem rede gehe ich ja auch nicht wortlos weg. Am Telefon lege ich auch nicht einfach auf oder leg den Hörer für ne halbe Stunde beiseite, weil ich grad was anderes machen will.
Ist es denn so schwer? Ein kurzes “muss off” oder “bin mal afk” würde ja schon reichen. Das ist doch wohl machbar…
Denkt mal drüber nach.
Katzen
Ich liebe Katzen.
Ich bekomme einen richtigen Hass wenn jemand Katzen quält.
Ok, ich hasse Tierquäler im Allgemeinen, aber bei Katzen trifft es mich besonders.
Katzen zeigen einem keine Dankbarkeit wie Hunde, man könnte meinen, man wäre ihnen egal.
Sie sind so lässig und elegant. Aber grade wegen ihrer eleganten Lässigkeit ist es unglaublich komisch wenn ihnen was Dummes passiert.
Wenn eine Katze vom Kratzbaum fällt, setzt sie sich hin und tut so als wäre nichts gewesen, aber sie fängt hektisch an sich zu putzen.
Ich habs mittlerweile aufgegeben, meine Katzen zu verwöhnen.
Ich kaufe ihnen teures Futter, ich hab sogar extra Leber gekauft und sie angebraten. Laut einschlägiger Fachliteratur ein absoluter Festschmaus. Meine Katzen haben dran geschnuppert und sind weg gegangen. Das billige Futter vom Discounter ist ihnen echt lieber.
Teure Katzensofas oder Kratzbäume? Sie liegen lieber im Wäschekorb oder auf der Zeitung die man grade lesen wollte…
Das Zusammenleben mit Katzen ist nicht einfach. Man kann nicht mal eben für ein Wochenende wegfahren, man muss erst jemanden finden der die Katzen versorgt.
Sie pinkeln auf die frische Wäsche oder kacken auf den Teppich. Ab und zu husten sie Fellbälle aus, die nicht unbedingt nur aus Haaren bestehen. Sie schleppen einem tote Tiere ins Haus, und man muss sie dafür sogar noch loben, sie haben es ja gut gemeint.
Tapeten werden von der Wand gefetzt, das neue Sofa zerkratzt…
Mein Kater hat es sogar mal geschafft meinen Fernseher runter zu schmeissen.
Fernseher kaputt, Tisch kaputt, heilloses Chaos im Barfach…
Wenn man mit ihnen schmusen will laufen sie weg und kommen grundsätzlich dann an, wenn man grade keine Zeit hat.
Sie hüpfen morgens um Fünf auf einem rum, weil sie meinen es ist Zeit fürs Fressen.
Wenn ich im Halbschlaf morgens zur Toilette will, kommt mein Kater an und blockiert mir den Weg, indem er mir um die Beine streift. Ich tret ihm dann auf die Pfote und es tut mir schrecklich leid, dabei ist das doofe Vieh doch eigentlich selbst schuld.
Trotzdem liebe ich sie und kann nicht mehr ohne.
Wenn es mir schlecht geht spüren sie es und versuchen mich auf ihre Art aufzuheitern.
Es ist schön, wenn ich nach Hause komme und sie mich schon an der Tür erwarten, der Kater auf dem Boden, die Katze auf der Kommode.
Wenn ich mich im Haus aufhalte, aber nicht in der Wohnung, miaut meine Katze, bis ich wieder da bin.
Ich mag es nicht wenn Leute sich Katzen als Prestige-Objekt halten. Viele Zuchten grenzen an Tierquälerei.
Meine erste Katze habe ich im Alter von Drei oder Vier kennen gelernt. Es war die Katze meiner Oma, sie hat immer bei mir im Bett geschlafen. Eines Tages, ich war etwa acht, war sie weg.
Ich habe ein paar Tage gewartet und dann meine Schwester hochgeschickt:
„Oma, wo ist denn die Mieze?“
Sie ist von einem LKW überfahren worden.
Ich war unglaublich traurig und denke auch heute noch ab und zu an sie.
Wenn ein geliebtes Haustier stirbt, ist das für viele Tierhalter durchaus mit dem Tod eines Verwandten zu vergleichen. Einige Menschen brauchen Jahre um das zu verarbeiten.
Kinder sind da wesentlich klüger. Sie veranstalten regelrechte Beerdigungszeremonien für ihren Hamster oder Wellensittich. Das mag uns albern erscheinen, aber es gibt dem Kind die Möglichkeit, den Tod zu verarbeiten, sich im angemessenen Rahmen zu verabschieden.
Wenn meine Beiden irgendwann sterben, möchte ich nicht, dass sie zu Schmieröl verarbeitet werden. Ich hoffe ich darf sie im Garten meiner Oma begraben.
Ich weiss auch nicht, ob ich mir dann neue Katzen anschaffen würde…
Noch ein Wort zum Besitz von Tieren:
Ich finde es falsch wenn man sagt man besitzt sein Haustier.
Man sagt ja auch nicht: „Ich besitze meine Freundin“ oder „Ich besitze meine Kinder.“
Es gefällt mir auch nicht, wenn man für Tiere bezahlt, als seien sie eine Ware.
Ich denke es ist durchaus gerechtfertigt, dem Menschen der das Tier aufgezogen hat, eine angemessene Aufwandsentschädigung zu bezahlen. Aber ein Tier zu „kaufen“ finde ich falsch.
Das alte Laster….
Mit 13 oder 14 habe ich meine erste Zigarette geraucht. Ich war mit den Jungs nachts unterwegs, wir hatten grade irgendwelchen Mist gebaut. Das haben wir damals öfter gemacht. Als ein älterer Freund sich eine Zigarette anzündete, meinte ich: “Gib mir auch eine.” Er fragte dann ob ich mir wirklich sicher bin. An sich ist es gut das er gefragt hat, das ist ihm hoch anzurechnen. Allerdings fragte er so oft das ich irgendwann nur noch aus Trotz eine haben wollte. Wie dem auch sei, so kam ich zu meiner ersten Kippe. Ich weiss nicht mehr wie sie geschmeckt hat, ich denke nicht besonders gut. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, jetzt mehr denn je dazuzugehören. An sich totaler Schwachsinn. Als Jugendlicher hab ich nicht sehr viel geraucht, mangels Kohle. Als ich die alten Zigaretten meiner Mutter auf nem Schrank entdeckte, war das ein wahrer Schatz. Ich denke jeder hier kann sich vorstellen wie 10 Jahre alte Kippen schmecken…
Damals wurde viel geschnorrt, einige Leute hatten so gut wie nie Kippen und wurden trotzdem mit durchgezogen. Wir waren echt versessen aufs Rauchen. Wenn man Geld übrig hatte wurden Kippen gekauft. Auch unter 16 Jahren war das nie ein Problem. Zigarettenautomaten hatten keine Alterskontrolle (die im übrigen Blödsinn ist), und im Laden wurde nicht gefragt. In unserer Ladendiebstahl-Phase waren Zigaretten Haupt-Beutegut. Ich hab lange Zeit eher wenig geraucht, hab sogar zwei Jahre aufgehört. Jeder Soldat wird mir zustimmen, dass man beim Bund eher mehr raucht, aufgrund der vielen Wartephasen. Irgendwann hab ich dann ab und zu eine auf Parties geraucht, und eines Tages hab ich mir dann wieder eine Schachtel geholt. Es war während der Fahrschule, ich hatte Stress, und der Automat war in der Nähe. Ich hab dennoch sehr wenig geraucht, oftmals nur in Gesellschaft, und wenn ich keine Kippen hatte, bin ich selten losgegangen und hab mir welche gekauft. Irgendwann bin ich mit einem Mädchen zusammen gekommen, das viel geraucht hat. Dadurch ist mein Konsum auch gestiegen. Rauchen verbindet irgendwie. Auch nach der Trennung hab ich weiterhin viel geraucht, mittlerweile bin ich bei etwa einer Schachtel pro Tag.
Jeder Raucher weiss das Rauchen schädlich ist. Auch Sätze wie: “Omma Kasuppke hat ihr Leben lang zwei Schachteln Roth-Händle ohne Filter geraucht und die ist 102 geworden!” sind Unfug. Mag ja sein, das es Raucher gibt, die ein hohes Alter erreichen. Ich denke aber die Zahl bewegt sich im einstelligen Prozent-Bereich.
Dr. Eckart von Hirschhausen hat einmal gesagt:
“Die Chance im Lotto gross abzuräumen beträgt 1:6.000000-Man spielt trotzdem Lotto, weil: Ich könnte ja Glück haben.
Die Chance durch Rauchen an Krebs zu erkranken beträgt 1:1000-Man denkt: Mich wird es schon nicht treffen.”
(Sinngemäss, die Zahlen sind auch nicht ganz genau, aber ihr versteht was ich meine.)
Rauchen ist trotz immer besserer Aufklärung und strengem Nichtraucherschutz immer noch weitestgehend akzeptiert. Ich verbinde mit meiner Marke (Camel) nur positives. Kaffee und Zigarette gehört zusammen, ebenso wie Zigarette und Bier, oder die Kippe nach dem Essen, nach dem Sex. Wie ich schon sagte, Rauchen verbindet auch. Zumindest Raucher. Heutzutage, wo man zum Rauchen meist vor die Kneipe gehen muss, hat man gleich ein Gesprächsthema mit den anderen Rauchern. Man kann gemeinsam auf diese radikalen Nichtraucher schimpfen, die einem nicht den kleinsten Spass gönnen.
Ich sollte wirklich mit dem Rauchen aufhören. Mittlerweile habe ich auch schon einen Raucherhusten (vermute ich), und es ist auch verdammt teuer. Aber es ist wie verhext. Selbst wenn ich kein Geld für Zigaretten habe, bekomme ich irgendwo welche her. Mal bringen Freunde mir welche mit, mal helfe ich meiner Nachbarin bei einem PC Problem usw und erhalte als Dank eine Schachtel. Jeder Raucher wird mir zustimmen, das es verdammt schwer ist das abzulehnen. Oder ich bekomme aus unerwarteter Quelle Geld.
Es ist schon verrückt, manchmal gehe ich im strömenden Regen Zigaretten holen. Was zu trinken oder essen würd ich mir bei so einem Wetter nicht holen. Ich denke ein Problem, wenn man mit dem Rauchen aufhören will ist auch die ständige Verfügbarkeit von Zigaretten. Ähnlich wie ein Alkoholiker auf dem Weg trocken zu werden wird man ständig in Versuchung geführt. Ein Heroinjunkie kann “Problemviertel” meiden. Für einen Raucher oder Alkoholiker ist es nicht so einfach. Alle 500 Meter steht ein Kippenautomat, jeder Lebensmittelladen bietet auch Alkohol und Zigaretten an. Es ist mir schon oft passiert, das ich ganz automatisch Kippen gekauft hab. Hinterher hab ich mich geärgert, aber: “Nun sind sie da, also kann ich sie auch rauchen.”
Auch gaukelt die Sucht mir vor, dass ich gern rauche. Ähnlich wie ein Alki nen Kurzen brauch ich in Stresssituationen oder bei schlechter Laune eine Zigarette, weil “das beruhigt”. Stimmt sogar, Nikotin ist ein starkes Nervengift.
Von Seiten der Medizin hab ich nur wenig Unterstützung erfahren. Auf Kur wollte ich am dort angebotenen Nichtraucherprogramm teilnehmen. Dies wurde mir verweigert. Ich sollte mich primär um meine anderen Probleme kümmern, wegen denen ich dort war. Mit derselben Begründung hat man auch meine Diät abgelehnt. Interessanterweise hatte die Klinik auch eine onkologische Abteilung. Viele der Krebspatienten haben geraucht. Und die müssten es doch eigentlich besser wissen, oder? Medikamente die einem beim Entzug helfen können werden kaum verschrieben, Nikotinkaugummis oder Pflaster muss man selbst bezahlen. Und die sind nicht grad billig, meines Wissens nach sogar teurer als Zigaretten. Von der Krankenkasse gab es nur eine Broschüre. Selbst mein Hausarzt, dessen Kompetenz unbestreitbar ist, meinte auf meine Frage nach einem Rat nur lapidar: “Lassen sie es einfach.” Allerdings raucht er selbst, wurde mir gesagt. Ich habe auch das Buch vom “Nichtraucherpapst” Allen Carr gelesen. Das Buch ist gut, und bestimmt hilfreich. Mir hat es leider nicht geholfen, dennoch würde ich es empfehlen. Ich hoffe eines Tages habe ich die Kraft mit dem Rauchen aufzuhören.
Winston Churchill sagte einst:
“Der Raucher, der täglich von den Gefahren des Rauchens liest, wird eines Tages aufhören. -Zu lesen.”
Beim Schreiben dieses Textes habe ich drei Zigaretten geraucht. Vielleicht auch vier.
Lets talk about Sex
Sex ist schön.
Ich habe gerne Sex, wobei ich nicht so sehr auf Sex fixiert bin wie andere (Männer).
Sex entspannt uns, ist gut für die Gesundheit. Sex ist in der Liebe am schönsten, aber ich denke man kann Sex und Liebe durchaus trennen. Ein One Night Stand kann ebenso befriedigend sein wie der Sex mit einem langjährigen Partner.
Wir haben aus vielen Gründen Sex.
Um Kinder zu bekommen (das ist ja eigentlich Sinn der Sache, soll auch heute ab und zu noch vorkommen), als Belohnung, als Protesthandlung (Fuck for forest), weil wir betrunken waren, als Trost, aus Liebe, aus Mitleid, weil der Fernseher kaputt ist oder um uns zu bestrafen. Frauen können Männer mit der Aussicht auf Sex zu allem bringen, bis hin zum Mord. Sex wird auch als Waffe benutzt, zum Beispiel bei ethnischen Säuberungen. Allerdings ist das sexuelle Gewalt und damit weniger rein sexuell orientiert.
Unser Umgang mit Sex unterscheidet uns von den meisten Tieren. (Kommt mir jetzt nicht mit dem 30 Minuten Orgasmus von Schweinen, Biologen sind nichtmal sicher ob Schweine so etwas wie einen Orgasmus bekommen)
Sex ist heute ein wichtiger Bestandteil unserer westlichen Kultur, Nachrichten mit sexuellem Inhalt werden oft sogar vor Meldungen über Unfälle oder Krieg gesendet.
Wir erfinden Pillen um bis ins hohe Alter sexuell aktiv zu bleiben.
Immer mehr Menschen unterziehen sich riskanten Operationen um sexuell attraktiver zu werden.
Viele Antidepressiva führen zum Verlust oder der Verminderung der Libido. Psychiater bemängeln dies, weil ein erfülltes Sexualleben oft die letzte Freude ist, die Depressive noch empfinden.
Schlechter Sex kann zu Frustration und zum Beziehungsaus führen.
Einige Menschen betreiben Sex als Hochleistungssport, sind immer auf der Jagd nach der nächsten Eroberung und sehen den Orgasmus als höchstes Ziel an.
Wir riskieren Jobs und Freundschaften für Sex.
Sex ist durchaus gefährlich, ungewollte Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten und die Gefahr der Abhängigkeit von Sex an sich oder von einer bestimmten Person. Oder wenn der Ehemann während eines Seitensprungs früher von der Arbeit kommt.
Viele sexuelle Praktiken erscheinen uns merkwürdig oder moralisch verwerflich. Ich verstehe nicht warum man sich ein Stück Ingwer in den Hintern schieben muss, aber wenns Spass macht steht es mir nicht zu darüber zu urteilen.
Einige sexuelle Orientierungen sind krankhaft und in unseren Augen im höchsten Maße pervers, Zoophilie, Pädophilie oder Nekrophilie, um nur die “grossen Drei” zu nennen. Allerdings ist unsere Meinung darüber meist kulturell bedingt.
Bordelle und Prostitution werden gesellschaftlich immer mehr akzeptiert, sind nicht mehr Tummelplatz von Matrosen und Fernfahrern. Ich persönlich würde nicht zu einer Prostituierten gehen, abgesehen davon das es mir das Geld nicht wert ist, würde ich mich auch “unmännlich” fühlen, wenn ich für Sex bezahlen müsste. Ich stelle es mir auch ziemlich kühl und mechanisch vor.
Viele Männer gehen zu Prostituierten obwohl sie eine feste Beziehung haben oder verheiratet sind. Oft haben sie einen bestimmten Wunsch oder eine Phantasie und trauen sich nicht, diese dem Partner mitzuteilen. Es gibt auch Paare die gemeinsam zu einer Prostituierten gehen, um einen flotten Dreier zu erleben.
Pornographie ist heute ein grosser Wirtschaftsfaktor, mit einem Umsatz von etwa 20 Mrd pro Jahr. Es gibt Theorien, dass Pornos zum Aufbau des Internets entscheidend beigetragen haben, zum Misserfolg der Laserdisc führten oder dafür sorgten, das VHS den Konkurrenzkampf gegen Betamax und Video 2000 gewann.
Ich finde es durchaus interessant, das etwas so Banales wie Sex so weitreichende Folgen haben kann. Aber es gibt wohl ein Grundbedürfnis der Menschen nach solchen Darstellungen. Wir kennen prähistorische Figuren mit sexuellem Bezug, selbst im alten Testament gibt es so etwas wie erotische Texte. Pornographische Gemälde aus dem Barock erzielen heute hohe Preise.
Pornographie ist durchaus kritisch zu sehen. In meiner Jugend fragte man noch Dr. Sommer um Rat und bekam erste Vorstellung von nackten Frauen durch das Studium von Papis Playboy, wer Glück hatte konnte die Nachbarstochter beim Umziehen beobachten. Jugendliche heutzutage gehen ins Internet und finden eine Fülle von Pornographie, die nicht selten zu falschen Vorstellungen über Sex führen oder Selbstzweifel auslösen. (Pornodarsteller sind meist gut bestückt und können immer und in akrobatischsten Positionen, Darstellerinnen sind “gut gebaut” und höchst willig.)
Kritik an Pornographie ist häufig feministisch oder religiös motiviert. Über die religiösen Aspekte brauchen wir nicht reden, und die feministische Kritik ist durchaus berechtigt, da Pornos oft eine sehr männliche Sichtweise darstellen. Männer sind ja auch die eigentliche Zielgruppe, wenn man so will.
Alice Schwarzer möge mir verzeihen, aber ich finde ihre PorNO-Kampagne geht zuweit. Ein generelles Pornoverbot ist meiner Meinung nach nicht richtig und auch kaum durchführbar. Auch ist es falsch, die BDSM Szene unter Generalverdacht zu stellen und die Existenz von Pornos für Frauen, oft von einer Regisseurin, wird fast schon geleugnet.
Auch kenne ich einige Frauen, die “normale” Pornographie durchaus anregend finden.
Ich denke, letztendlich soll jeder machen was ihm gefällt, solange der oder die Partner einverstanden sind und niemand zu Schaden kommt, seelisch wie körperlich.
Noch etwas das mir wichtig ist: Redet über eure Wünsche und Phantasien. Selbst Unverständnis ist besser als seinen Partner zu betrügen. Und wer weiss, vielleicht wird sie oder er ja neugierig.
Und sagt es eurem Partner wenn ihr mit eurem Sexleben unzufrieden seid. Bleibt aber diplomatisch. Und versucht auf keinen Fall etwas zu erzwingen.